Factoring

creditshelf KalenderJul 2021

creditshelf Uhr 1 Minuten

Was ist Factoring?

Factoring ist eine Finanzierungsform, bei der ein Unternehmen seine Liquidität durch den Verkauf offener Forderungen unmittelbar steigert. Ein Dienstleister, ein sogenannter Factor, kauft die Forderungen des Betriebes aus Dienstleistungs- und Warengeschäften an. Dadurch stehen offene Rechnungsbeträge meist sofort bereit und lange Zahlungsziele werden vermieden. Je nach Art und Umfang des Factorings übernimmt der jeweilige Anbieter auch Mahnwesen, Inkasso-Abwicklung oder das Risiko bei Zahlungsausfall. Dabei fordert der Factor, neben einer soliden Bonität des Factoringnehmers und vor allem seiner Schuldner – der sogenannten Debitoren –, auch entsprechende Gebühren für seine Leistungen. Anbieter unterscheiden grundsätzlich zwischen zwei Arten von Factoring: dem echten und dem unechten.

 

Was sind echtes und unechtes Factoring?

Beim echten Factoring – dem in Deutschland vorwiegend praktizierten Typus – kauft der Factor die Forderungen an und übernimmt gleichermaßen das vollständige Ausfallrisiko. Durch diesen Delkredereschutz erhält der Kunde die Gewissheit, dass alle Forderungen sicher und in voller Höhe beglichen werden. Beim unechten Factoring hingegen kauft der Factor zwar die Forderungen an, haftet aber nicht. Die in Deutschland eher selten angewandte Factoring-Form gibt dem Kunden somit keinen Zahlungsausfallschutz. Im Gegensatz dazu findet im Zuge des echten Factorings ein Forderungsübergang mit Risikotransfer statt. Dadurch fallen die entsprechenden Forderungen aus der Unternehmensbilanz, wodurch sie verkürzt wird. Zugleich steigt die Eigenkapitalquote. Dies kann etwa bei einer Kreditprüfung von Vorteil sein, denn die Eigenkapitalquote ist für Banken ein wichtiger Indikator bei der Darlehensvergabe.

 

Weitere Factoring-Formen

Neben dem echten oder unechten Factoring gibt es heute, auch durch die Vielzahl der Anbieter, verschiedene Varianten dieser Finanzierungsform. Weitere Factoringarten sind das stille und das offene Factoring. Beim offenen Factoring werden die Rechnungsempfänger auf die Abtretung der Forderung an den Factoring-Partner hingewiesen. Dieser Hinweis erfolgt beim stillen Factoring hingegen nicht, was ein erhöhtes Risiko für den Factor mit sich bringt. Deshalb liegen die Kosten hier in der Regel deutlich über denen des „normalen“ Factorings. Das Stille Factoring ist für Firmen geeignet, deren Kunden beispielsweise sensibel auf Forderungsverkäufe reagieren. Darüber hinaus gibt es Factoring-Varianten, die eine individuelle Finanzierung und weitere Services wie Debitorenbuchhaltung oder Mahnwesen beinhalten. Neben Full-Service-Factoring und Bulk-Factoring, sind auch das Fälligkeits-Factoring sowie das Export- und Import-Factoring beliebte Formen des Forderungsverkaufs.

 

Sie wollen mehr über Factoring  erfahren? Fragen Sie unsere Experten!

 

Start. It's your credit.

Das wichtigste im Überblick
  • Factoring ist eine Finanzierungsart bei der ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen Dienstleister verkauft und den Rechnungsbetrag von diesem kurzfristig ausgezahlt bekommt.
  • Der sogenannte Factoring-Geber zieht den Rechnungsbetrag wiederrum von den Kunden des Unternehmens, den Debitoren, ein.
  • Beim echten Factoring übernimmt der Factor durch den Forderungsankauf auch das Risiko des Zahlungsausfalls.