Eigenkapital und Fremdkapital – die Vor- und Nachteile

creditshelf KalenderOkt 2020

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Sowohl Eigenkapital als auch die Mittel von Fremdkapitalgebern sind in fast jeder Unternehmensphase wichtig.

Start-ups benötigen finanzielle Mittel, um den Sprung an den Markt zu schaffen. Etablierte Unternehmen brauchen Liquidität, um Material einzukaufen, den Betrieb aufrechtzuerhalten oder Wachstumsinvestitionen zu tätigen. Für all diese Kosten sind Unternehmen auf eigenes oder fremdes Kapital angewiesen.

Ob sich die Entscheider dabei auf Eigenkapital verlassen oder die verschiedenen Formen des Fremdkapitals nutzen, hängt stark von der Finanzstruktur des Unternehmens, den jeweiligen Herausforderungen, der Branche sowie den Unternehmenszielen ab. Ein Unternehmen kann aus beiden Kapitalformen finanziert werden, doch sind die Unterschiede zwischen den Finanzierungsarten nicht immer leicht zu erkennen. In diesem Beitrag erklären wir ihre Charakteristiken und zeigen auf, wozu sich Fremdkapital, wie ein von creditshelf arrangierter Firmenkredit, optimal einsetzen lässt.

Was sind Eigenkapital und Fremdkapital?

Eigenkapital ist die finanzielle Basis eines Unternehmens

Eigenkapital sind die Mittel, die unbefristet zur Verfügung stehen, da sie vom Unternehmer selbst stammen. Sie müssen nicht zurückgezahlt werden und erzeugen keine direkten unterjährigen Zinsaufwände. Je höher das Eigenkapital eines Unternehmens ist, desto unabhängiger und konkurrenzfähiger gilt es. Dabei bezieht sich die Unabhängigkeit auf die Entscheidungsfreiheit des Unternehmens. Als gesetzliche Grundvoraussetzung für die Unternehmensgründung kann Eigenkapital etwa durch die einzelnen Gesellschafter, Risikokapitalgeber oder thesaurierte Gewinne in das Unternehmen eingebracht werden. Darüber hinaus lässt sich Eigenkapital auch durch Ersparnisse, Wertpapiere wie Aktien oder die Ausgabe weiterer Unternehmensanteile an die bisherigen oder neue Gesellschafter erzielen.

Fremdkapital für zusätzlichen finanziellen Gestaltungsspielraum

Mit Fremdkapital sind jene Verbindlichkeiten eines Unternehmens gemeint, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Sie werden von externen Geldgebern bereitgestellt und stehen zeitlich befristet zur Verfügung. Für die Tilgung des geliehenen Kapitals werden Zinsen fällig, die über kurz-, mittel- oder langfristige Raten zurückgezahlt werden müssen. Fremdkapital das einem Unternehmen nur kurzfristig zur Verfügung gestellt wird, muss binnen eines Jahres ausgeglichen werden. Während mittelfristiges Fremdkapital innerhalb von fünf Jahren zurückgezahlt werden muss, stehen Unternehmen bei langfristigem Fremdkapital länger als fünf Jahre für die Tilgung zur Verfügung.

Damit der Kapitalgeber sein Risiko senken kann, verlangt er in den meisten Fällen Sicherheiten vom Unternehmen. Die bedeutet, ein Kreditnehmer muss Sicherheiten bereitstellen, auf die der Kreditgeber zugreifen kann, falls der Kreditnehmer später bei der Rückzahlung ausfällt. Bei der Besicherung unterscheidet man zwischen Personensicherheiten wie Bürgschaften oder Garantien und Sachsicherheiten, zu denen auch Hypotheken und Pfandrechte zählen. Insbesondere letztere, auch Realsicherheiten genannt, werden von Kreditinstituten bevorzugt herangezogen.

Was Eigenkapital und Fremdkapital unterscheidet

Fremdkapital und Eigenkapital unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Unternehmensbeteiligung. Während bei einer Eigenkapitalfinanzierung der Kapitalgeber direkt am Unternehmen beteiligt ist, ist der Gläubiger bei der Fremdfinanzierung ein Kapitalgeber auf Zeit.

Denn das Fremdkapital steht dem Unternehmen im Gegensatz zum Eigenkapital nur befristet zur Verfügung. Zudem entsteht hier häufig ein finanzieller Aufwand durch Zinsen und Gebühren. Aber auch wenn Eigenkapital ohne direkte Zusatzkosten erhältlich ist, muss es dennoch erstmal in das Unternehmen eingebracht werden, etwa durch einen Gesellschafter. Eignet sich Fremdkapital daher  besser für die Unternehmensfinanzierung?

Sind Eigenkapital oder Fremdkapital besser zur Unternehmensfinanzierung geeignet?

Ob ein Unternehmen auf Eigenkapital oder eher auf Fremdkapital setzt, lässt sich auf die jeweilige Finanzierungsstrategie des Unternehmens zurückführen. Grundlegend lässt sich jedoch zunächst festhalten, dass beide Kapitalarten oft nicht ohne einander funktionieren. Denn um das Unternehmen im Kern zu stabilisieren, ist Eigenkapital ein entscheidender Faktor. Für die Umsetzung der Wachstumsbestrebungen und die Erhöhung der Produktivität, ist Fremdkapital unverzichtbar.

Vorteile einer Eigenkapitalfinanzierung

Ein Unternehmen mit einem beständigen Anteil an Eigenkapital ist grundsätzlich sicherer am Markt aufgestellt. Es ist unabhängiger und hat bei Bedarf einfacheren Zugang zu liquiden Mitteln. Dabei stellt ein Anteil von mindestens 20 Prozent oder ein größerer Eigenkapitalanteil am gesamten Unternehmenskapital für Fremdkapitalgeber eine wichtige Voraussetzung dar, um das notwendige Vertrauen für eine Kreditvergabe aufzubauen. Berechnet wird die Eigenkapitalquote wie folgt:

Eigenkapital / Gesamtkapital x 100 = Eigenkapitalquote in Prozent

Die Herausforderung für Unternehmen ist es jedoch, an das entsprechende Eigenkapital zu gelangen. Dies funktioniert etwa über die Ausgabe von Unternehmensanteilen an Investoren. Dadurch werden die Eigenkapitalgeber aber selbst zu Gesellschaftern, wodurch ihnen ein Mitspracherecht bei der weiteren Entwicklung des Unternehmens und eine Gewinnbeteiligung eingeräumt wird. Dafür sind sie jedoch in den meisten Fällen risikofreudiger, übernehmen Haftung, bringen ihr Know-how ein und haben ein langfristiges Interesse am Erfolg des Unternehmens.

Vorteile einer Fremdkapitalfinanzierung

Fremdkapital ist meistens unverzichtbar, wenn es darum geht, größere Investitionen zu tätigen oder kurzfristige Warenbestände vorzufinanzieren. In diesem Fall lässt sich auch bei einer geschickten Finanzierungsplanung der sogenannte Leverage Effect nutzen. Bei dieser „Hebelwirkung“ lässt sich unter Umständen eine Steigerung der Rendite feststellen, wenn zinsgünstige Darlehen aufgenommen wurden, um etwa den Produktionsaufwand für eine Ware zu finanzieren.

Fremdkapitalgeber müssen auch nicht an den Gewinnen beteiligt werden, denn mit Tilgung und Zinsen ist hier die Schuld beglichen. Zinsen können zudem steuerlich als Betriebsausgaben angesehen werden.

Welche Formen der Fremdkapitalfinanzierung gibt es?

Unternehmer sollten beim Fremdkapital die Angebote am Markt umfassend prüfen, welche davon am besten zum eigenen Finanzierungsbedarf passen. Die Entscheider sollten sich dabei jedoch nicht nur auf eine Finanzierungsart beschränken. Vielmehr können verschiedene Formen des Fremdkapitals in der richtigen Mischung die Lösung für unterschiedliche Unternehmenssituationen bieten.

Typische Finanzierungen über Fremdkapital

Bankkredite: Als langfristige Finanzierung für Anlagevermögen sind klassische, besicherte Darlehen oft eine sichere Wahl. Hier führen Banken mit entsprechendem Aufwand eine detaillierte Risikoanalyse durch, um die Bonität des Kreditnehmers zu prüfen. Bei der Feststellung der Zahlungs- und Kreditwürdigkeit sind notwendige umfangreiche Sicherheiten nicht selten dafür verantwortlich, dass der Gestaltungsspielraum des Kreditnehmers eingeschränkt wird.

Kontokorrentkredite: Bei einem Kontokorrentkredit wird mit dem Kreditgeber ein Verfügungsrahmen vereinbart, bis zu dessen Höhe kurzfristige Überziehungen des Kontos möglich sind. Diese Form des Fremdkapital eignet sich, um im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätsplanung saisonale Bedarfe abzudecken. Zinsen werden dabei nur für den Betrag fällig, der tatsächlich abgerufen wird. Als Konsumfinanzierung gedacht und meistens mit höheren Kosten verbunden, sollten Kontokorrentkredite allerdings nur vereinzelt in Anspruch genommen werden. Häufig wird für den nicht in Anspruch genommenen Teil des Kontokorrenkredits eine Bereitstellungsprovision fällig.

Lieferantenkredite/Einkaufsfinanzierung: Den Lieferantenkredit nutzt der Kreditor, um bei seinen Kunden gekaufte Ware in Raten oder erst nach längerer Zeit abzubezahlen. Ähnlich funktioniert die sogenannte Einkaufsfinanzierung, bei der ein unabhängiger Trader den Kaufpreis vorerst übernimmt. Später zahlt das Unternehmen dann die vorgestreckte Summe an den Finanzierer zurück. Mit dieser Art der Finanzierung kann das Zahlungsziel verlängert werden, um kurzfristige Zahlungen eines Rechnungsbetrags zu sichern. Der Nachteil ist jedoch, dass hier hohe Zinsen anfallen.

Fremdkapitallösungen von creditshelf

Von creditshelf arrangierte Firmenkredite sind in der Regel dinglich unbesicherte Darlehen für kurz- bis mittelfristige Zeiträume. Beginnend ab einer Laufzeit von 1 Monat sind Laufzeiten bis 8 Jahre möglich. Die maximale Kredithöhe beträgt 5 Mio. Euro. Typische Anlässe sind Darlehen für laufende Betriebsmittel, die Abdeckung eines saisonalen Kapitalbedarfs, die Auftragsvorfinanzierung, Wachstums- oder Investitionsfinanzierungen. Auch Eigentümerveränderungen durch Generationennachfolge, Übernahmen oder andere transaktionsbezogene Anlässe mit Fremdkapitalbedarf können durch creditshelf-Produkte abgebildet werden.

Herzstück der creditshelf Lösung ist eine sehr moderne und automatisierte Risikoanalyse. Hier wird mit Hilfe KI-basierter Algorithmen und auf Basis aktueller Unternehmensinformationen eine umfassende Risikoanalyse erstellt. Diese ist Grundlage einer schnellen und transparenten Kreditentscheidung. Dazu stellen Sie hier eine Anfrage und laden die benötigten Unterlagen hoch. Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung, ob die Finanzierungsanfrage weiterverfolgt werden kann

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Das wichtigste im Überblick
  • Eigenkapitalgeber sind am Unternehmen beteiligt
  • Eigenkapital steht zeitlich unbegrenzt zur Verfügung
  • Fremdkapitalgeber sind Kapitalgeber auf Zeit
  • Fremdkapital ist mit Zusatzkosten verbunden und benötigt meistens Kreditsicherheiten
  • Zum Fremdkapital gehören auch schnell verfügbare, flexible und dinglich unbesicherte Firmenkredite - wie sie creditshelf arrangiert