Venture Debt

creditshelf KalenderSep 2021

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Was genau ist Venture Debt?

Der Begriff setzt sich aus den englischen Begriffen für „Wagnis“ (Venture) sowie „Verbindlichkeit“ oder „Fremdkapital“ (Debt) zusammen. Dies zeigt bereits anschaulich, worum es sich bei Venture Debt handelt: Es ist Fremdkapital, das für Projekte mit erhöhtem Risiko bereitgestellt wird. In der Regel wird es an Unternehmen vergeben, die sich auf starkem Wachstumskurs befinden.

Wie genau funktioniert Venture Debt?

Für das „Wagnis-Fremdkapital“ wird Geld von Risikoinvestoren in einem Fonds gesammelt. Aus den so bereitstehenden Mitteln wird das Kapital in Form kurz- bis mittelfristiger Kredite an junge Wachstumsunternehmen vergeben. Diese Art des Geldverleihs stammt aus dem angelsächsischen Raum und hat sich beispielsweise in der US-amerikanischen Wachstumsfinanzierung einen festen Platz sichern können. Hierzulande ist sie dagegen noch relativ neu.

Im Gegenteil zum klassischen Venture Capital werden beim Venture Debt keine Unternehmensanteile erworben – es handelt sich meist ausschließlich um reines Fremdkapital. Dies ist für Unternehmen ab einer bestimmten Wachstumsphase wichtig. Denn: Es können nicht unaufhörlich neue Eigenkapitalgeber mit Mitspracherecht in die Firma geholt werden, ohne den Einfluss der bestehenden Führungs- und Gesellschafterriege zu schmälern.

 

Voraussetzungen für Venture Debt

Gerade für Jungunternehmen, die die frühe Start-up-Phase hinter sich gebracht haben, sogenannte Scale-ups, eignet sich Venture Debt. Sie sind vermehrt auf der Suche nach Fremdfinanzierungen, um keine weiteren Anteile am Unternehmen herausgeben zu müssen. Typisches Fremdkapital etwa von Banken steht für Scale-ups aufgrund ihrer Risikostruktur und der vielmals fehlenden Sicherheiten oft jedoch noch nicht bereit. Venture Debt kann somit eine Alternative darstellen. Allerdings sind für diese Kapitalart einige Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Das Unternehmen hat bereits eine größere Finanzierungsrunde abgeschlossen und einen Investor mit an Bord
  • Das Produkt oder die Dienstleistung der Firma hat sich als markttauglich erwiesen
  • Es gibt bereits eine relevante Marktposition und einen Kundenstamm – beides kann weiter ausgebaut werden
  • Der Break-Even-Point beim Umsatz sollte erreicht sein oder kurz bevorstehen – d. h. das Scale-up erwirtschaftet bereits Gewinn oder wird dies in absehbarer Zeit tun
  • Das Management verfügt über Erfahrungen, es existiert eine erfolgversprechende Geschäftsplanung für die nächsten Jahre

Möglichkeiten und Grenzen der Finanzierung

Venture Debt kann Scale-ups die nötige Liquidität für die Realisierung ihres Wachstums bieten: Aufträge können vorfinanziert, Betriebsmittel angeschafft, Personal eingestellt, Vertrieb und Kommunikation können ausgebaut oder das Geschäftsmodell weiterentwickelt werden. Allerdings ist diese Flexibilität nicht billig: Die Zinsen für Venture-Debt-Finanzierungen liegen meist bei über einem Zehntel der Kreditsumme. Zudem sind die Verträge komplex, oft auf Englisch und nicht selten von Nebenbedingungen gesäumt. Zu beachten: Bei Venture Debt – obwohl Fremdkapital – ist meist auch eine zusätzliche Erfolgsbeteiligung des Kreditgebers vorgesehen. Man spricht in diesem Fall vom „Equity Kicker“.

Sie haben selbst ein Scale-up und entsprechende Fragen zu dieser Finanzierungsart oder suchen mögliche Alternativen? Wenden Sie sich gleich an unsere Expert:innen!

 

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Das wichtigste im Überblick
  • Die Abkürzungen „OPos-“ und „SuSa-Liste“ stehen für „Offene-Posten-Liste“ und „Summen-und-Salden-Liste“.
  • Die SuSa-Liste enthält Aktivkonten, in die etwa eingekaufte Waren, Maschinen und Forderungen des Betriebes fallen.
  • In der monatlichen OPos-Liste ist jede ausstehende eigene Verbindlichkeit und jede unbeglichene Forderung an einen Kunden separat aufgeführt.