Bonitätsindex

creditshelf KalenderNov 2020

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Was sagt ein Bonitätsindex aus?

Der Bonitätsindex ist ein Hilfsmittel, um die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit etwa eines Unternehmens einschätzen zu können. Ermittelt werden solche Indizes von sogenannten Wirtschaftsauskunfteien. Das sind Dienstleister, die Unternehmensdaten sammeln, daraus Bonitätsinformationen ableiten und diese kostenpflichtig zur Verfügung stellen. Der Begriff „Bonitätsindex“ selbst wurde dabei ursprünglich von der Auskunftei Creditreform geprägt und ist heute allgemein gebräuchlich. Konkret besteht ein Bonitätsindex in einer Punkteskala, die je nach Wirtschaftsauskunftei variieren kann: Bei Creditreform reicht sie von 100 bis 600 Punkten, die ein Unternehmen erreichen kann. Auch wenn sich die Skalen der einzelnen Anbieter leicht unterscheiden, ist es üblich, dass ein niedriger Score für eine ausgezeichnete Bonität steht. Eine hohe Punktzahl spiegelt hingegen eine ungenügende Bonität wider.

 

Bonität versus
Ausfallwahrscheinlichkeit

Dem Bonitäts-Score wird die daraus abgeleitete prozentuale Ausfallwahrscheinlichkeit zur Seite gestellt. Dieser Wert zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Unternehmen etwa einen zukünftigen Kredit nicht zurückzahlen kann. Damit sind Bonitätsauskünfte häufig wichtige Gradmesser für die Kreditentscheidungen von Banken. Ob eine Firma ein beantragtes Darlehen bekommt – und zu welchen Konditionen –, ist oft auch von ihrem Bonitätsindex abhängig. Doch nicht nur Finanzierer stützen sich auf die Indizes der Auskunfteien: Auch Dienstleister, Lieferanten oder Versicherer prüfen regelmäßig den Bonitätsindex, bevor sie Partnerschaften eingehen oder Verträge abschließen. Denn der Index erlaubt auch Prognosen darüber, welches Zahlungsverhalten ein Unternehmen an den Tag legen wird und ob möglicherweise ein Insolvenzrisiko besteht. Letzteres ist meist bei einem sehr hohen Score der Fall.

 

Auf welchen Kriterien beruht ein Bonitätsindex?

Wirtschaftsauskunfteien beziehen ihre Informationen aus unterschiedlichen On- und Offline-Quellen. Dazu zählen Unternehmenswebsites, veröffentlichte Geschäftsberichte, Bilanzen und Abschlüsse, aber auch Wirtschaftsdatenbanken, Analysen und Fachberichte. Die einzelnen Bewertungskriterien und ihre Gewichtung variieren zwischen den verschiedenen Auskunfteien. Dennoch gibt es eine Reihe von Messgrößen, die für den Bonitätsindex in der Regel eine Rolle spielen:

  • Jahresumsatz, Ertrag, Eigenkapital, Liquidität
  • Zahlungserfahrungen von Lieferanten und Dienstleistern
  • Branche, Region, Unternehmenshistorie
  • Rechtsform, Mitarbeiteranzahl
  • Vermögensgegenstände, Rücklagen, Grundbesitz

 

Können Unternehmer Einfluss auf den Bonitätsindex nehmen?

Die offensichtliche Einflussmöglichkeit ist, für eine gesunde wirtschaftliche Gesamtkonstitution und eine stabile finanzielle Basis zu sorgen. Zudem kann gegebenenfalls das eigene Zahlungsverhalten angepasst werden. Unternehmen können jedoch auch proaktiv mit Auskunfteien zusammenarbeiten. Wer regelmäßig aktuelle Informationen aus erster Hand bereitstellt, kann seinen Bonitätsindex unter Umständen verbessern. Denn nicht immer sind die externen Quellen, auf die sich Auskunfteien stützen, auf aktuellem Stand oder ausführlich genug, um ein vollständiges und realistisches Bild der Unternehmensbonität zu gestatten.

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Das wichtigste im Überblick
  • Hilfsmittel, um die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens einschätzen zu können
  • Bonitätsindex besteht aus einer Punkteskala, bei der ein niedriger Score für eine sehr gute und eine hohe Punktzahl für eine schlechte Bonität steht
  • Aus dem Bonitäts-Score lässt sich auch die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens ableiten