September 2020 Kolumne

EINE ZAHL IST EINE ZAHL - ODER EINE DOMINANTE ZAHL

Sie sind erfolgreich? Dann reden Sie darüber! Das wird Ihnen auch bei zukünftigen Kreditanfragen nicht schaden. Lesen Sie mehr dazu im creditshelf Magazin.

Aktienkurs Apple
Kolumne

Das Biereck

Prof Schiereck Mitglied des Aufsichtsratsrats creditshelf AG
Prof. Dr. Dirk Schiereck

Mitglied des Aufsichtsrats creditshelf AG, Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung TU Darmstadt

Als die Marktkapitalisierung von Apple im Frühsommer die Marke von zwei Billionen Dollar überschritt, war dies eine der Hauptschlagzeilen in der Tagesschau. Ein Dollar weniger, und Apple wäre immer noch das teuerste Unternehmen der Welt, aber die Schlagzeile wäre zum Nicht-Ereignis geworden. Kein Einzelfall! Wirtschaftsnachrichten sind voll von solch runden, dominanten Zahlen, die gerne als besondere Erfolgsgrößen herangezogen werden.

Weitere Beispiele gefällig? Ein Start-up, das einen wie auch immer gerechneten Unternehmenswert von einer Milliarde Dollar erreicht, wird zum Unicorn, zum Einhorn. Ein Dollar weniger, und alles Fabelhafte wäre verschwunden?! In einer Studie haben wir diese Einhörner genauer unter die Lupe genommen und fanden heraus, dass insbesondere die Investoren von außen den Start-ups dazu verhelfen, die magische Schwelle zum Einhorn zu überspringen. Weitere Schwellenwerte – wie die Zehn-Milliarden-Dollar-Marke versprühen anscheinend weniger Magie. Hier engagieren sich die Investoren nicht besonders. Und wer in die Jubiläumschronik der ING DiBa schaut, findet dort den Hinweis, dass die siebenmillionste Kundin der Bank eine Studentin der TU Darmstadt war, was uns einerseits als TU-Professoren freut, andererseits aber die Frage aufwirft, was nun gerade an dieser einen Kundin so berichtenswert ist – abgesehen davon, dass sie mit ihrer Kontoeröffnung die nächste Millionenschwelle für die Bank genommen hatte?

Nun mag man über solche Pressemeldungen schmunzeln und sie als letztlich irrelevante menschliche Bewertungsanomalie abtun. Aber damit täte man diesen Zahlen unrecht.

Das Überschreiten dominanter Schwellenwerte bei Umsatz, Kunden oder Marktwert sorgt für positive Aufmerksamkeit, was wiederum für das Unternehmen ein positives Momentum erzeugen und weitere Erfolge am Produktmarkt, aber auch in der Finanzierung bewirken kann.

Prof. Dr. Carolin Bock Fachgebietsleitung Entrepreneurship, TU Darmstadt
Prof. Dr. Carolin Bock

Fachgebietsleitung Entrepreneurship, TU Darmstadt

Was heißt das für die Kapitalsuchenden bei creditshelf? Nun, was im Großen große Aufmerksamkeit erzeugt und als Erfolg großer Unternehmen bzw. ihrer Unternehmensführung gewertet wird, das kann auch im kleineren Rahmen ähnliche Effekte erzeugen, wenn auch natürlich in begrenzterem Umfang. Hierfür muss das Unternehmen allerdings solche potentiell dominanten Schwellenwerte über die Zeit verfolgen, das zukünftige Erreichen  der Schwellen als Zielmarke frühzeitig kommunizieren und bei Erreichen der Schwellenwerte dies nicht zu leise feiern. Kurzum, die dominante Zahl sollte daher auch – ganz im Einhorn-Sinne – eine magische Zahl für Sie sein und ihre Magie durch positive Kommunikation nach außen voll entfalten können.

Die Finanzierung von Investitionen ist immer mit dem Blick in die Zukunft verbunden, und wer diesen Blick unter jüngsten Erfolgsmeldungen eines Kapitalsuchenden wagt, der macht das typischerweise mit etwas mehr Optimismus und Investitionsfreude. Also überprüfen Sie doch mal, wann Sie wohl den fünftausendsten Kunden gewonnen haben werden oder Ihr Umsatz die 25-Millionen-Euro-Marke überspringt. Zum Timing von Kreditanfragen wird das nicht schaden. Vielleicht bewirken Ihre Investoren dann ebenso das Erreichen weiterer magischer Schwellenwerte – wie bei den Einhörnern. Haben Sie schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns auch dieses Mal wieder über Ihr Feedback. Schreiben Sie uns doch, wie es nach erfolgreich erzielter dominanter Zahl mit Ihrer Finanzierung ergangen ist. Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen.

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