Juni 2020 Im Interview

DIE ZEIT DER REGIONALEN NETZWERKE

„Während Corona sind Krisenkommunikation und Zusammenhalt in regionalen Netzwerken angesagt“, so Prof. Dirk Schiereck, Mitglied des Aufsichtsrats bei creditshelf.

Foto Jörg Schaub Leiter der Geschäftsstelle der Wirtschaftsinitiative Frankfurt Rhein Main

Jörg Schaub...

... leitet seit 2007 die Geschäftsstelle der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain
Dort sind 125 Unternehmen und Organisationen versammelt, deren Menschen und Macher etwas in ihrer Metropolregion bewegen wollen. 

2013 zum Geschäftsführer berufen, verantwortet er insbesondere die Gremienarbeit und Mitgliederbetreuung, das Controlling und Projektmanagement sowie die Kommunikation des Unternehmernetzwerks. Zuvor war der Diplom-Betriebswirt und Luftverkehrskaufmann viele Jahre für die Fraport AG, die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt/Main, in den Bereichen Kommunikation, Marketing und Lobbying sowie in strategischen Kooperationsprojekten tätig. 

Sein Studium absolvierte Jörg Schaub an der Fachhochschule Mainz sowie an der London South Bank University.

Prof. Dr. Dirk Schiereck

Prof. Dr. Dirk Schiereck

Der Shutdown hat ganz Deutschland getroffen. Wie steht es aktuell um die Region FrankfurtRheinMain?

Jörg Schaub

Es ist wohl nicht vermessen, von einer beispiellosen Herausforderung zu sprechen, gerade für FrankfurtRheinMain: Deutschlands größter Flughafen mit mehr als 80.000 Beschäftigten kam praktisch zum Erliegen. Die Deutsche Lufthansa ist Hessens größter Arbeitgeber. Auch die Banken sind stark betroffen, die Messe Frankfurt sowieso, der Tourismus, das Hotel- und Gaststättengewerbe. Eine Region, die über eine globale Drehkreuzfunktion verfügt und stark in den internationalen Austausch von Waren, Gütern und Dienstleistungen eingeflochten ist, spürt die Auswirkungen der nationalen und internationalen Beschränkungen sehr intensiv.  

Foto_Jörg Schaub_ Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain-1
Prof. Dr. Dirk Schiereck

Prof. Dr. Dirk Schiereck

Die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain bringt 125 Unternehmen aus der Region zusammen. Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf Ihr Netzwerk aus?

Jörg Schaub

Natürlich verstehen wir uns auch als Ort der persönlichen Begegnungen. Wie so viele mussten wir unser Veranstaltungsangebot zusammenstreichen oder verschieben. Auf der anderen Seite gilt es in der jetzigen Zeit für viele Unternehmen, ihre Netzwerke zu aktivieren. Und hier sind wir gerade als Plattform gefragt – für wichtige Informationen, für aktive Hilfestellungen, für den Austausch von Erfahrungen und neuen Ideen. Das reicht von einer Beschaffungsbörse zur Sicherstellung von Lieferketten bis hin zur Koordination der vielfältigen Hilfs- und Unterstützungsangebote. Und natürlich kümmern wir uns um Kommunikation und die Mobilisierung von Multiplikatoren und Partnern. 

Foto_Jörg Schaub_ Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain-1
Prof. Dr. Dirk Schiereck

Prof. Dr. Dirk Schiereck

Sie kennen die Region und ihre Wirtschaftsstrukturen sehr gut: Mit welchen Veränderungen rechnen Sie und welche neuen Chancen sehen Sie für die Region?

Jörg Schaub

Die Hoffnung auf eine schnelle Wiederbelebung des Luftverkehrs wird sich wohl nicht erfüllen. Ich bin aber überzeugt, dass sich der Herzmuskel der Region vollständig erholt. Doch selbst wenn erste Lockerungen in Kraft getreten sind, werden wir auf Großveranstaltungen wie Kongresse, Messen, Kultur- und Sportveranstaltungen noch warten müssen. Ebenso wird der Tourismus in der Region nur langsam wieder in Gang kommen.         

Sobald jedoch die internationalen Beschränkungen weiter abnehmen, werden die Lebensadern der Region reaktiviert. Denn die Region ist bei Pharma und Healthcare sehr gut aufgestellt: Unternehmen wie Sanofi Aventis, Boehringer Ingelheim, Fresenius, Merck oder Stada haben ihre Produktion bereits vielmals angepasst. Zukünftig werden wohl medizinische Produkte wieder vermehrt in Deutschland oder dem europäischen Binnenmarkt hergestellt. Als ehemalige „Apotheke der Welt“ haben wir die Infrastruktur, die Kompetenz und die Talente, um hier zu punkten.

Foto_Jörg Schaub_ Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain-1
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