Mezzanine-Finanzierungen – die hybride Art der Finanzierung

creditshelf KalenderAug 2020

creditshelf Uhr 3 Minuten

Die Mezzanine-Finanzierung ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. So kann sie je nach Ausgestaltung Eigenschaften beider Kapitalformen annehmen. Hier erklären wir Ihnen die Besonderheiten von Mezzanine-Finanzierungen und erläutern einige ihrer Merkmale wie die stille Beteiligung oder Genussscheine.

Unternehmen stehen andauernd vor Herausforderungen. Sei es, dass eine junge Firma dringend in Wachstum investieren muss, ihr Kreditpotenzial aber bereits ausgeschöpft hat oder, dass ein etabliertes Unternehmen seine Geldmittel über mehrere Projekte verteilt hat und nun für die Verhandlungen mit der Bank Eigenkapital benötigt. Lohnt es sich für Mittelständler hier, eine Mezzanine-Finanzierung in Betracht zu ziehen?

Definition und Merkmale von Mezzanine-Finanzierungen

„Mezzanine“ ist Italienisch und bedeutet so viel wie „Zwischengeschoss“. Damit steckt die grundlegende Eigenschaft der Mezzanine-Finanzierung bereits im Namen selbst: Sie ist eine Mischform, die Merkmale von Eigenkapital und Fremdkapital vereint. In diesem Sinne wird sie auch als Hybridkapital oder Mischfinanzierung bezeichnet. Die Mezzanine-Finanzierung bezeichnet aber kein einzelnes, klar definiertes Finanzierungsmodell, sondern vielmehr eine ganze Reihe unterschiedlicher Ansätze.

Als typische Eigenschaft dieser Finanzierungsform ist die Nachrangigkeit zu nennen. Hierbei wird im Falle einer Insolvenz das Kapital aus der Mezzanine-Finanzierung erst nach dem der anderen Gläubiger, aber noch vor den Eigenkapitalgebern, angetastet. Zudem sind Mezzanine-Finanzierungen als eigenkapitalähnlich anzusehen, ohne dabei den Kapitalgebern Einflussnahme bei der Unternehmensleitung zu gewähren. Zwar erfordern Mezzanine-Finanzierungen meist keine Besicherung, dafür erwarten die Geldgeber jedoch für ihr größeres Risiko eine höhere Rendite.  

Zuweilen werden die Kapitalgeber bei Mezzanine-Finanzierungen auch am Unternehmensgewinn beteiligt. Daher liegt es in den meisten Fällen in ihrem Interesse in Unternehmen mit starkem Wachstum oder einer soliden Marktposition zu investieren.

Ursprünglich aus dem Management Buy-Out stammend, werden Mezzanine-Finanzierungen heute vor allem eingesetzt, um Wachstum zu finanzieren oder die Eigenkapitalquote für anstehende Kreditverhandlungen zu stärken. Dabei sind typische Kapitalgeber Beteiligungs- oder Private-Equity-Gesellschaften sowie unabhängige Investoren. Banken selbst spielen hier oft lediglich die Rolle des Vermittlers.


Mezzanine-Finanzierungen: Beispiele aus der Praxis

Mezzanine-Finanzierungen können die unterschiedlichsten Formen und Eigenschaften besitzen. Doch was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen und Ihren Finanzierungsbedarf?


Stille Beteiligungen

Die stille Beteiligung ist beispielsweise eine Form, einen Geldgeber zu finden, der sich mit eigenem Vermögen an dem Unternehmen beteiligt, aber nicht in die Unternehmung eingreift. Er tritt sozusagen als stiller Gesellschafter bei, wird jedoch im Handels- und Unternehmensregister nicht als Anteilhaber genannt und erlangt durch seine Beteiligung kein Mitspracherecht. Dabei wird er variabel am Gewinn des Unternehmens beteiligt und bürgt bei Verlusten lediglich in Höhe der eigenen Einlagen, wodurch für den Kapitalgeber ein geringeres Risiko besteht.

 

Genussscheine

Gibt eine Firma Genussscheine an einen Kapitalgeber heraus, räumt sie ihm Anteile am Unternehmen in Form von Wertpapieren ein. Diese Papiere, die eine Mischform aus Aktien und Anleihen darstellen, gewähren eine Beteiligung am Unternehmensgewinn oder am Erlös bei dessen Liquidation. Ähnlich einer stillen Beteiligung wird auch hier die Mitsprache in den meisten Fällen ausgeschlossen. Genussscheine werden dem Eigenkapital dann zugeordnet, wenn sie ihren Besitzer an Gewinnen und Verlusten einer Gesellschaft beteiligen sowie bei einer langfristigen Laufzeit. Aufgrund ihrer Komplexität und der Ermangelung klarer gesetzlicher Vorgaben, kommt diese Form der Mezzanine-Finanzierung in der mittelständischen Finanzierungspraxis eher selten zum Tragen.


Optionsanleihen

Mit dem Optionsschein wird das zusätzliche Recht auf Aktienbezug verbrieft. Es kann von der Schuldverschreibung abgetrennt werden und ist somit separat von der Anleihe handelbar. Die Optionsanleihe ermöglicht bei einer Einlösung den Bezug der Aktien zu einem festgelegten Preis. Voraussetzung für die Ausgabe einer Optionsanleihe ist die Schaffung eines entsprechend bedingten Kapitals, damit die Aktien im Falle der Ausübung der Option durch den Inhaber auch geschaffen werden kann. Unter bestimmten Umständen erlauben die Optionsbedingungen ebenfalls, ausgeübte Optionsrechte aus dem Bestand eigener Aktien zu bedienen.

Wandelanleihen

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schuldverschreibungen beinhaltet die Wandelanleihe die Option, das Wertpapier in Aktien des Emittenten umzuwandeln. Zu welchem Zeitpunkt und ob so eine Umwandlung möglich ist, wird in den Emissionsprospekten des Unternehmens festgehalten. Dabei wird der Nennwert der Wandelanleihe durch den Zinsschein, ihre beschränkte Laufzeit und den Emittenten selbst definiert. Wie Optionsanleihen werden auch Wandelanleihen in der Regel nur von Aktiengesellschaften herausgegeben. Aus diesem Grund scheiden diese Arten der Mezzanine-Finanzierung für viele Mittelständler aus.

 

Vorteile von Firmenkrediten gegenüber Mezzanine-Finanzierungen

Oft erfordert das operative Geschäft viel Flexibilität, welche mit kurz- bis mittelfristigen Finanzierungen erhalten werden kann. Rohstoffe müssen beschafft, eine Saisonalität im Liquiditätszyklus ausgeglichen werden. Auch für unvorhergesehene Aufträge wird zügig Kapital benötigt. Hier zählen schnelle und praxisnahe Lösungen sowie eine zeitnahe Verfügbarkeit. In solchen Situationen zeigen Firmenkredite, wie creditshelf sie arrangiert, ihre Vorteile. Denn durch den vollständig digitalen Vergabeprozess werden Kreditanfragen präzise und transparent bearbeitet. Mittelständische Unternehmer haben so unmittelbar eine Perspektive und können konkret planen. Zudem sind die Laufzeiten bei Firmenkrediten flexibel und die Auszahlung kann in der Regel sehr bald nach dem positiven Bescheid erfolgen. Was Firmenkredite mit Mezzanine-Kapital gemeinsam haben? Auch bei den Produkten von creditshelf benötigt man keinerlei dingliche Sicherheiten. Ein großer Nachteil von Mezzanine-Finanzierungen wird bei der Lösung von creditshelf jedoch vermieden: Firmenkredite setzen keinerlei Gewinnbeteiligung voraus. Mit Zins und Tilgung ist die Verbindlichkeit abgegolten.

Das wichtigste im Überblick
  • Mezzanine-Finanzierungen vereinen Merkmale von Eigen- und Fremdkapital
  • Sie können die Eigenkapitalquote verbessern und werden bei Forderungen nachrangig behandelt
  • Finanzierungen wie stille Beteiligungen oder Genussscheine besitzen aber auch Nachteile: der Kreditgeber muss am Gewinn beteiligt werden und eine solche Finanzierung ist üblicherweise teurer als Fremdkapital und nur langfristig möglich
  • Im Unternehmensalltag sind Firmenkredite, wie sie creditshelf arrangiert, oft eine sinnvolle Alternative und Ergänzung: flexibel, unbesichert und ohne Gewinnbeteiligung